nach drei ereignisreichen Tagen in Loja war es am Samstag endlich so weit und wir machten uns auf den Weg zur Station (Estacion Cientifica San Franzisco), unserem neuen zu Hause für die nächsten drei Wochen! Hier erstmal ein paar Eindrücke für Sie:
Wir machten uns auch sofort an die Arbeit und bezogen unser Labor! Oder besser gesagt die Sala (Seminarraum). Und dieses Mal gab es auch keine Probleme den Raum in Beschlag zu nehmen. Felix (Stationsmanager) hatte sogar extra den Schlüssel für Franca hinterlegt! Super!
So sah unser Büro dann aus als wir mit dem Aufbau fertig waren. Rechts an der Wand die „Modified-Kempson-Extraktoren“ oder auch umgedrehte Mülltonnen (zum Tierchen aus dem Boden holen). An der hinteren Wand stehen unsere mühsam aus Deutschland herangeschleppten Boxen voller wichtiger Materialien!
Natürlich haben wir mit unseren Aktivitäten auch die Aufmerksamkeit der anderen Stationsbewohner auf uns gezogen. Hier sehen Sie Franca, die Anke und Flo gerade unsere wissenschaftliche Vorgehensweise erläutert.
Und nun wird es auch endlich Zeit Ihnen ein bisschen mehr von dem zu erzählen was wir hier vorhaben. Wir werden die Plastikrohre mit Fenstern (Mesokosmen) im Waldboden vergraben um Wurzeln und Mycorrhiza auszuschließen. Das soll als Erklärung erstmal reichen, später gibt es nähere Infos.
Aber erstmal mussten am nächsten Tag Blätter aus dem Wald geholt werden um die Mesokosmen damit zu befüllen. Da wir es geschafft hatten ein Auto zu organisieren sollte es nach Bombuscaro (1000 m üNN) gehen. Wir machten uns also um 8 von der Station aus auf den Weg. Im Tal hingen die Wolken tief und es regnete, uns schwante schon nichts gutes…
Zamora erreichten wir noch ohne Probleme aber immer noch in strömendem Regen. Auf dem Sandweg zum Eingang des Parks kamen wir dann allerdings an ein unüberwindbares Hindernis. Auf einem alten Erdrutsch war durch den starken Regen neues Erdmaterial nach gerutscht und versperrte nun die Straße. Auf die Frage hin ob man denn zu Fuß weitergehen könnte machte Tati, unser Fahrer, nur ein Zeichen dass sich nur als: „Ihr würdet bis zum Hals in Treibsand versinken!“ deuten ließ! Die Entscheidung wieder umzukehren fiel uns daher ziemlich leicht!
Einen weiteren Tag auf der Station zu vergammeln kam wegen unseres straffen Zeitplans allerdings nicht in Frage. Und so machten wir uns bei immer noch leichtem Nieselregen auf in den Stationswald um eben von dort Streu zu holen.
Zwar sahen wir auf dem Weg keine besonderen Tiere, aber wir konnten live erleben wie ihre Hinterlassenschaften einmalige Nischenbedingungen schaffen.
Aber auch sonst hatte der Weg wie immer viel Schönes zu bieten. Vor allem als dann sogar noch die Sonne zum Vorschein kam.
Nach einem pausenreichen Marsch (man muss sich ja erstmal akklimatisieren) erreichten wir den Schrecken des Stationswaldes. Die berühmt berüchtigte „Endlose Treppe“. Und obwohl ihre Stufen im vergangen halben Jahr erneuert wurden hat sie nichts von ihrem Schrecken verloren.
Nachdem wir uns endlich nach oben gequält hatten, manche mehr, manche weniger schnell, musste erstmal der schicke Wald hier oben dokumentiert werden.
Und natürlich auch der hoch professionelle Unterstand!
Unter diesem machten wir eine ausgedehnte Mittagspause und schossen natürlich auch weitere Fotos.
Nachdem wir erholt und gesättigt waren ging es auf ins Unterholz.
Es musste Streu gesammelt werden. Und zwar nicht irgendwelche Streu, sondern die drei häufigsten ortspezifischen Arten. Nach gar nicht so langer Zeit waren unsere großen schwarzen Müllsäcke ausreichend gefüllt.
Sehr zufrieden mit dem doch noch erfolgreich genutzten Tag machten wir uns auf den Rückweg zur Station. Inzwischen sogar in strahlendem Sonnenschein. Der Regen und das Pech vom Morgen waren vergessen.
Aber ein Hindernis hatte die Natur uns doch noch in den Weg gelegt. Der kleine Bach, den wir auf dem Hinweg noch problemlos überqueren konnten hatte sich in der Zwischenzeit in einen reißenden Strom verwandelt!
Irgendwo auf dem Berg musste es weiter geregnet haben und wir standen nun vor dem Problem wie man denn wohl trockenen Fußes ans andere Ufer kommt. Nach langem beraten und mehrmaligem Umspannen des Halteseils wagten wir die gefährliche Überquerung. Unser Plan dabei sah folgender Maßen aus.
Wie eine Fliege an der Wand entlang klettern. Volle Konzentration!
Möglichst schnell von Stein zu Stein springen!
Und mit einem großen Schritt ans andere Ufer!
Es bleibt zu vermerken, dass wir es alle trocken geschafft haben.
Danach ging es entspannt weiter im Sonnenschein und die Station war schon wieder in Sichtweite.
Welche Information wir ihnen noch unterschlagen haben, um überhaupt von der Station in den Wald zu kommen muss man entweder durch den Rio San Franzisco waten oder man nimmt die Tarabita. Eine Seilbahn, die über den Fluss führt. Auf dem Rückweg musste Lucas dann auch unbedingt noch ganz viele Fotos von seiner Überfahrt machen.
Der Fluss sieht aber auch zu schön aus!
Auf der anderen Seite erwartet uns auch schon Coco (einer der Stationshunde) und beäugte Lucas kritisch vom Flussufer aus.
Nach einem letzten anstrengenden Anstieg vom Fluss zur Station war es geschafft. Trotz miserablem Anfang war es doch noch ein ereignissreicher und vor allem erfolgreicher Tag geworden. Die Streu wurde zum Trocknen im Herbarium verstaut und dann konnten wir den Abend genießen. Es gab sogar noch eine Feier, denn am nächsten Tag verließ David die Station. Lucas und Kristina erlebten also ihre erste Stationsparty in der Küche mit viel Cuba Libre und Mochito. Um 12 Uhr machten wir uns aber schon auf in die Betten denn am nächsten Tag stand bereits der nächste Arbeitstag auf dem Programm. Und diesmal sollte es nach Cajanuma (3000 m üNN) gehen.
Eins darf aber natürlich nicht fehlen bevor wir diesen Eintrag beenden. Das Tier des Tages. Gefunden im Stationswald während dem Streusammeln.
Unglaublich aber wahr.
Bleiben Sie dran für mehr science in nature!
...eine Überdachung, eine Überdachung!!
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