Angekommen auf dem Gipfel freuten wir uns des Lebens, Christian und Krissy machten Freudensprünge.
Tobi sprang den Berg wieder runter! ;)
Wir zwängten und schoben uns durch den dichten Bergdschungel um an unsere Plots zu kommen, was ein Akt, teilweise fanden wir die anderen Düngungsflächen erst nach gefühlten Stunden. Die Zuversicht, die Arbeit noch vor dem Einbruch der Dunkelheit zu erledigen, schwand immer mehr.
Nach Block 3 (unsere zweite Fläche) ergoss sich Gottes Rache über unseren Köpfen und machte uns im wahrsten Sinne des Wortes einen Strich durch die Rechnung. Die verdammten „wasserfesten“ Stifte hatten beschlossen ihrer Bestimmung nicht mehr nachzukommen. So machten wir uns frustriert und durchnässt wieder auf den langen Weg zurück ins Tal. Mist, wir mussten also einen weiteren Feldtag einplanen!
Zu Hause angekommen mussten wir zusätzlich noch feststellen, dass wir die falschen Litterbags eingepackt hatten. So überlegten wir hin und her, wann wir denn den Rest unsere Arbeit erledigen könnten und beschlossen, aufgrund Bärbel’s Abschiedsparty, es auf Dienstag zu verlegen und dann auch gleich die Makrofauna einzuholen. Und so ging es Sonntagabend heiß her auf der Station… Der San Miguel stand bereit, die Limetten waren geschnippelt und das Eis war gekühlt! Der Alkohol floss in Strömen, insbesondere bei Tobi. Und so tanzten wir zu ecuadorianischen Klängen und italienischer Ska-Musik.
Und so verging der Montag wie im Fluge und es ging am Dienstag, wie erwähnt erneut auf ins verregnete Cajanuma. Tobi hatte die Aufgabe inne sich zuerst einmal um die Makrofaunaproben zu kümmern und schnitt sich 5 Minuten nachdem man ihn allein gelassen hatte prompt am Bambus… Zum Glück waren wir nicht ohne Funkgeräte losgegangen! „Rostrozetes an Suctobelbe und Gamasinae, mein Finger blutet wie Sau, lasst mich zurück und erfüllt die Mission!“ Nach 2 Stunden Dauerpissregen, diesmal waren wir so schlau die Tüten vorher zu beschriften, meinte es das Wetter dann doch gut mit uns, und so arbeiteten wir, völlig durchnässt und genervt vom sich ständigen auf den Allerwertesten setzen, relativ erfolgreich bis 16 Uhr weiter. Wir hatten soeben den letzten Plot hinter uns gebracht und wollten uns einige Minuten ausruhen, um dann den Rückweg anzutreten, als plötzlich eine uns bekannte Stimme vom Gipfel hinab schrie: „Beeilt euch, der Andenbär verfolgt uns…“ Das konnte doch nur Roman sein… Und so grölten wir zurück: „Sehr witzig…“ „Nein, das ist mein Ernst beeilt euch…“ Darauf Tobi: „Ey, wenn der uns verarscht, dann prügel ich den windelweich…“ Wir packten schnell unsere letzten Proben und machten uns, jeder mit gut 15kg auf dem Rücken, auf den Weg zu Roman und Nelson, die auf den Matrixflächen gearbeitet hatten. Oben angekommen, schenken wir Roman dann doch Glauben, denn er hatte die Beweisfotos schon gezückt.
Der Bär hatte die beiden einige Zeit vorher zuerst auf einen Baum getrieben, hatte am Rucksack geschnüffelt und war wenige Meter entfernt selbst in die Äste geklettert. So beschlossen die beiden verängstigten und zugleich faszinierten jungen Herren, dem Bären sämtliches Essen zu zuwerfen und dann die Beine in die Hand zu nehmen… Der Andenbär hatte sie noch einige 100m verfolgt und war dann scheinbar verschwunden. Und so begaben wir uns völlig erledigt auf den Weg zurück ins Tal, wo uns Robert „just in time“ abholte. Auf dem Rückweg sahen wir dann noch ein hübsches Gürteltier, das unseren Weg kreuzte. (Fotos leider Fehlanzeige) Am nächsten Tag setzen wir dann alle Proben ein, was den ganzen Tag in Anspruch nahm…
Jaja, wir sind ja nicht zum Spaß hier, es wird gearbeitet im Auftrag des Herrn und für science in nature.
Nach einem Tag Pause ging es am Freitag dann mit unserem Lieblingsfahrer Abraham ab nach Bombuscaro. Roman und Nelson waren auch diesmal wieder mit von der Partie.
Zu Minimal-Elektro rasten wir die Straße Richtung Zamora entlang und erfreuten uns unseres Lebens. Diesmal hatten wir beschlossen uns aufzuteilen und so übernahm Christian Block 3 und Tobi und Krissy begaben sich, nach kurzer Besprechung im Orchideengarten, auf den Weg zu Block 4.
Dort suchten wir uns dann halbtod nach 2 Plots und nach einer Stunde Suche und völlig zerkratzten Körpern gaben wir auf und liefen in Richtung Block 1, wo wir uns mit Christian treffen wollten. „Hey, vielleicht hat Block 4 ja zwei Eingänge“, meinte Tobi. Am nächsten Block angekommen, stand aber relativ eindeutig eine 1 auf dem Schild. „Scheiße“, dachten wir uns. Aber nach erneutem Hinschauen, musste Krissy feststellen, dass die bombuscarianische Sonne auf dem Schild reflektiert hatte und so konnten wir überglücklich dann doch unsere Arbeit beenden.
Zeitgleich mit Christian trafen wir an Block 1 und 2 ein. „Schön wärs, wenn wir mal Affen sehen würden“, meinte Tobi noch. Und so ging Christian als erstes an die Arbeit… „Hey Leute, hier sind Affen.“
Leider musste Tobi erneut zurück laufen, da er die Mesofaunaprobe liegen gelassen hatte und so konnten nur double(Ch)Kris sich am Anblick der äußerst seltenen Klammeraffen erfreuen.
Nach getaner Arbeit rief uns der Wasserfall ganz in der Nahe zu einer Abkühlung auf.
Badesachen, wer braucht denn so was.
Nach einer spaßigen Planscherei machten wir uns, nachdem Tobi sich noch ein wenig stärkte (auf dieser Mission wurde keinem Tier geschadet….Muahahaha), wieder zurück zum abgemachten Treffpunkt mit Abraham.
3 Stichworte beschreiben diese Fahrt am besten: „Elektrobeats, Bananenchips und Saft.“ Es war Freitag und so saßen wir erneut die nächsten beiden Tage wieder im Labor fest...
Sonntag machten sich double(Ch)Kris zum Abschied noch eine kleine Nachtwanderung durch den stockdunklen Regenwald.
Am Montag schied Christian von uns……….. er machte sich auf den Weg zurück nach Deutschland. Viele Grüße Alter, wir vermissen dich! :-*
Zum Gedenken an Dich, lieber Christian, nochmal das Bild von Krissy nach dem kurzen, aber knackigem, Milbenbestimmungskurs! :D