und hier kommt schon der nächste Eintrag! Am Tag nach der Party war am Freitag für unsere Truppe erstmal ein Ruhetage angesetzt! Aber nicht für alle. Franca fuhr mit Nele nach Loja und besorgte die Bodenausfuhrgenehmigung! Um eine lange Geschichte kurz zu machen, es gab Pizza, Eis und dann waren sie erfolgreich wieder auf der Station!
Lucas und Kristina hatten in der Zwischenzeit ausgespannt und sich erholt!
Auch den folgenden Samstag wollten wir eigentlich ruhig angehen lassen, denn die Arbeit war getan und am Sonntag sollte es zu einem Kurzurlaub nach Vilcabamba gehen. So hatten wir geplant mal wieder Blog zu schreiben um unseren Rückstand aufzuholen, aber wie sie ja gemerkt haben kam es nicht dazu!
Bereits am frühen morgen wurde Franca von einem Piepsen aus Jörg und Felix Büro geweckt und sie wusste natürlich sofort was da im Gange war! Der Strom war weg!!!!
Wie Kristina mit entsetzen feststellte bedeutete dies natürlich auch, dass es KEIN INTERNET gibt!!!!! *PANIKQUIETSCH!!!!*
Wir begannen also, uns auf einen ruhigen Tag einzustellen. Lucas fotografierte einen schicken fetten Käfer, der auch noch fast gar nicht tot war.
Aber da ereilte uns auch schon die nächste Horrormeldung! Knirschend kam sie durch das Funkgerät! Julia: „Hier ist ein riesiges Feuer bei Toms Hütte! Cambio!“ „Ihr müsst alle kommen, dann können wir vielleicht noch was retten! Cambio!“
Und so war es wiedermal so weit! Die Feuersaison hatte begonnen!
Unsere langjährigen Leser kennen das ja bereits vom vergangenen Herbst, als die Farnflächen abgebrannt sind! Diesmal brannte es genau auf der anderen Seite der Station. Und da es so klang als könnte man tatsächlich noch was retten machten wir uns alle mit jeder Menge Trinkwasser, Macheten und Schaufeln beladen auf den Weg zum Feuer!
Oben an der Straße angekommen war ziemlich schnell deutlich, dass das trockene Wetter und der starke Wind nicht gerade zu unseren Gunsten arbeiteten. Das Feuer war nach unten fast bis direkt an die Straße gebrannt und umschloss Toms Hütte!
Ein Feuerwehrmann (Bombero) aus Zamora sagte uns, dass es gut wäre, wenn wir versuchen könnten den Weg zu Toms Hütte frei zu halten und so vielleicht zu verhindern, dass sie abbrennt! Tom ist übrigens ein Amerikaner, der seit Jahren oberhalb der Station wohnt, inzwischen aber die meiste Zeit im nahe gelegenen Vilcabamba verbringt.
Wir machten uns also mit Tüchern um den Mund auf zur Feuerbekämpfung.
Sehr bald wurde aber deutlich, dass nicht mehr viel zu machen war und auch die Leute, die sich bereits weiter oben befanden traten den Rückzug an. Wir versammelten uns unterhalb des Feuers auf der Straße.
Nach einer kurzen Besprechung traten wir den Weg zurück zur Station an um uns dort zu sammeln und das weitere Vorgehen zu planen.
Bald war ein neuer Plan gefasst! Um sich erstmal einen Eindruck von der Situation zu verschaffen wurde ein Spähtrupp hoch auf den Berg über den Weidenflächen entsandt um zu beurteilen wie weit das Feuer über die verwinkelten Kämme und Schluchten in Richtung Station vordringt!
Julia und Alex (einer der Bomberos) suchten für diese Aufgabe noch Freiwillige. Und da niemand wollte, verpflichtete sich Lucas. Franca, die ihre Kollegen nicht aus den Augen lassen wollte schloss sich auch an, nicht ohne Kristina das Versprechen abzunehmen nichts Dummes zu tun!
Leider haben wir von den kommenden 3,5 Stunden keine Bilder, aber glauben sie uns, wenn wir Ihnen versichern, dass es ein Gewaltmarsch war, der seines Gleichen sucht. Wir liefen mehr als 2 Stunden in brütender Hitze bergauf. Immer wieder kamen wir in zum Glück nicht sonderlich dichte aber doch ekelig riechende Rauchwolken, die durch das ganze Tal zogen und von weitem konnte man am gegenüberliegenden Berghang den Pinienwald brennen hören.
Oben angekommen sahen wir, dass das Feuer noch weiter von uns entfernt war als wir befürchtet hatten aber sich nichts desto trotz langsam den Hang hinunter Richtung Versuchsflächen und Station voranarbeitete.
Als wir nach mehr als drei Stunden endlich wieder zurückkamen erfuhren wir von Kristina, dass man auch unten nicht untätig gewesen war. Inzwischen war das Militär eingetroffen und entlang der Straße waren Wachposten aufgestellt um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern.
Jetzt ging es aber erstmal nach unten um endlich etwas zu essen. Während wir uns stärkten wurde dann als letzte Aktion des Tages eine Feuerschutzschneise um eine der Klimastationen geschlagen um zu verhindern, dass sie vielleicht auch den Flammen zum Opfer fällt!
Am Abend gab es dann erstmal ein Abendessen bei Kerzenschein, da der Stom immer noch nicht zurückgekehrt war
Danach wurde dann das weitere Vorgehen besprochen. Der Plan war es, eine neue Feuerschneise zu schlagen und so die Versuchsflächen zu schützen. Wir Scheus wurden als Reserve eingeteilt um gegebenenfalls Wasser und Nahrung nach oben zu bringen. Außerdem hatten wir die Erlaubnis erhalten, sollte sich die Situation entspannen, unseren geplanten Urlaub in Vilcabamba doch noch anzutreten!
Wir standen also am nächsten Morgen um 8 Uhr bereit, aber sehr schnell zeichnete sich ab, dass die Pläne der Anderen sich geändert hatten. Statt eine Feuerschneise zu schlagen, sollte versucht werden, das Feuer, welches sich in der Nacht weitgehend beruhigt hatte, endgültig zu löschen.
Unser Job hatte sich dadurch jedoch nicht gewandelt. Wir räumten also erstmal unsere Sala auf und hatten die ganze Zeit ein Funkgerät dabei um gegebenenfalls Wasser und Essen zu unseren Kollegen zu bringen. Aber den ganzen Morgen tat sich nichts…. Zur Mittagsessenszeit fragten wir noch mal per Funk nach, doch die Antwort war, dass das Feuer sich beruhigt hätte und alle zum Essen nach unten kämen. Das Reserveteam wurde also nichtmehr gebraucht!
Wir schnappten also in Windeseile unser Gepäck, rannten zum Bus und brachen auf in unseren wohl verdienten Urlaub! Davon aber mehr im nächsten Blog!
Was wir nichtmehr mitbekamen war, dass ungefähr 10 Minuten nach unserem Verschwinden das Feuer wieder aufflammte und alle anderen einen höllischen und anstrengenden Tag im ständigen Kampf mit dem Feuer verbrachten, den sie am Ende auch Dank Regens in der Nacht endlich gewannen und so die Versuchsflächen auf den Weiden retteten.
Um Ihnen mal einen Eindruck davon zu geben was so ein Feuer in den Bergen alles anrichten kann, hier ein paar Bilder die die Anderen von den verbrannten Bereichen gemacht haben.
Und ein Satelitenbild auf dem die Ausmaße der verbrannten Flächen von diesem (links) und dem vergangenen Jahr (rechts) eingezeichnet sind.
Wir hatten mal wieder Glück, dass niemand zu Schaden gekommen ist.
Und im nächsten Eintrag erzählen wir Ihnen was wir getan haben während unsere Kollegen das Feuer bekämpften.
Zum Abschluss aber noch das Tier des Tages. Ein Kolibri, den Lucas vor der Kulisse des mit Rauchschwaden gefüllten Tals fotografiert hat.
Unglaublich aber wahr!
Bleiben Sie dran für mehr science in nature!

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