es war ein nebliger Sonntagmorgen, als wir früh in der Dämmerung aus unseren Betten krochen um nach Bombuscaro zu fahren und die nächste Runde Litterbags und Mesofaunaproben zu holen.
Um halb 7 waren wir mit Robert dem Fahrer verabredet, bis es dann jedoch endlich losging war es schon 8 Uhr geworden. Wir stiegen also ins Auto und machten uns auf den Weg nach untern auf 1000 m üNN. Alle waren wir noch ziemlich müde und so setze bei Franca sofort die typische ecuadorianische Instant-sleep-Funktion ein, die immer in Kraft tritt, wenn man in Ecuador in einem Fahrzeug mit typisch ecuadorianischer Musik über gewundene Bergsraßen fährt…
Leider wurde Franca dann ziemlich unerwartet geweckt, denn lange bevor das eigentliche Ziel der Fahrt gekommen war versperrte uns ein Erdrutsch den weiteren Fahrweg.
Mit dem Auto war es nicht möglich weiter in Richtung Versuchsflächen vorzudringen und so blieb uns nur eine Möglichkeit: Aussteigen und die restlichen (von Robert geschätzten) 4 km zu Fuß laufen!
Aber zunächst musste ja auch der Rutsch überwunden werden. Und es war nicht nur der eine, der unser Auto aufgehalten hatte. Direkt dahinter kam sogar noch ein zweiter ebenso großer Rutsch, den wir auch überqueren mussten.
Wir machten uns denn zu Fuß auf den Weg über die Erdrutsche.
Dies war leider nicht wirklich so einfach, denn Teile des Weges hatten sich in Treibsand verwandelt, dem vor allem die voraus laufende Franca zum Opfer fiel.
Die Schuhe mussten danach erstmal notdürftig in einem kleinen Rinnsal gereinigt werden.
Spannend und ein bisschen beängstigend war das ganze auch aus dem Grund, dass kurz nachdem wir den Rutsch passiert hatten noch weiterer Sand von oben herabstürzte… Linda hätte es beinah verpasst, weil sie die Blattschneiderameisen auf dem Weg interessanter fand!
Nachdem diese Gefahr aber erfolgreich überwunden war konnte der restliche 4 km Lauf beginnen. Noch einmal die Rucksäcke festgeschnallt…
…und dann gings los.
Der aus dem Wald aufsteigende Nebel sorgte für eine wunderschöne Kulisse und lud zum Fotografieren ein.
In diesem Baum haben wir noch etwas ganz besonderes entdeckt. Bei den herabhängenden Gebilden handelt es sich um Vogelnester.
Und auch die dazugehörigen Vögel kamen uns vor die Kamera. Wenn auch leider nur von Weitem und daher etwas unscharf.
Nach einer dreiviertel Stunde waren wir dann endlich im Untersuchungsgebiet angekommen. Dem Bombuscaro-Eingang des Podocarpus National Parks.
Von hier aus ging es dann noch ein bisschen weiter bergab und bergauf…
… bis wir die Numex-Plots erreichten und mit unsere Arbeit beginnen konnten.
Wieder wurden Mesofaunaproben genommen um Tiere daraus zu extrahieren und weiter Proben um sie für die Analysen der mikrobiellen Besiedlung in kleine Tüten zu packen und mit nach Deutschland zu nehmen.
Tobi war wieder dafür zuständig die Litterbags zu finden und einzusammeln, was ihn an diesem Tag mehrfach an den Rand der Verzweiflung brachte.
Denn mehr als einmal an diesem Tag mussten wir sehen, dass ein ganzer Baum über unsere Litterbags gefallen war.
Dieser hier lag dort bereits seit mehr als zwei Jahren und hatte seine vermodernden Äste inzwischen komplett über unseren Plot verteilt und die Litterbags vollständig unter sich begraben.
Da wir bereits zu Beginn des Arbeitstages so viel Zeit durch den Erdrutsch verloren hatten blieb uns an diesem Tag kaum eine Gelegenheit Fotos zu machen. Auf dem Weg fanden wir dann immerhin noch diese schöne große Blüte zum fotografieren.
Wir schafften es aber nicht einmal mehr an den wunderschönen Rio Bombuscaro zu gehen, von dem es aus früheren Jahren schon so viele schöne Bilder gibt!
Nach getaner Arbeit machten wir uns daher sofort auf den Rückweg, denn wir mussten ja auch wieder die 4 km extra bis hinter die beiden Erdrutsche laufen. Erschöpft stapften wir die Straße entlang.
Kurz bevor wir den ersten Rutsch erreicht hatten geschah dann jedoch das Unerwartete. Robert mit dem Stationsauto kam uns entgegen!!!
Während wir im Wald geschuftet hatten, war die Straße geräumt worden und man konnte nun wieder mit dem Auto über die Rutsche hinwegfahren. Und das an einem Sonntag!!!
Wenn wir das gewusst hätten, dann wären wir auch noch mal an den Fluss gegangen…
Aber in dem Moment als wir das Auto sahen waren wir einfach nur froh nicht mehr weiter laufen zu müssen und ließen uns gemütlich zurück zur Station fahren.
Bevor wir den Bericht beenden darf eins natürlich nicht fehlen. Das Tier des Tages!
Und das ist heute eine kleine Echse, die wir entdeckten, als wir die Höhlen in der Wand am Wegesrand nach Geißelspinnen absuchten (Für ein Geißelspinnenbild lesen sie "Letzter Tag im Wald..." vom November 2009)
Ein weiteres Tier hat sich dann am späteren Abend in der Sala noch um den Titel Tier des Tages beworben. Einer der vielen Falter, die nachts zu uns in die von Extraktoren beleuchtete Sala kommen war besonders aufdringlich. Und obwohl der kleine braune Gesell auf den ersten Blick sehr unspektakulär war, überzeugte sein „wahnsinniger Blick“ uns dann doch davon ihn in den Blog aufzunehmen. Er hätte uns sonst vermutlich auch einfach umgebracht…
Am Abend fielen wir dann müde aber glücklich in unsere Betten. Ein weitere Tag war erfolgreich hinter uns gebracht! Und am nächsten Tag sollte gefeiert werden! Aber warum, das erfahren Sie erst im nächsten Beitrag…
Unglaublich aber wahr!
Bleiben Sie dran für mehr science in nature!
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