Dienstag, 26. April 2011

"Dieser Wald ist einfach zu klein für mich!"

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

am Samstag war es ein zweites Mal so weit! Es ging hinauf in luftige Höhen! Cajanuma wartete auf uns! Dieses Mal mussten auch hier Makrofaunaproben genommen werden. Und erneut war das Wetter auf unserer Seite!

Schon um 7:30 Uhr machten wir uns von der Station aus auf den Weg. Diesmal war Tati unser Fahrer, was bereits nach wenigen Minuten für leichte Besorgnis sorgte, denn Tati fährt in einem schier unbeschreiblichen Tempo über die gewundenen Bergstraßen und legt sich in jede Kurve als wollte er ein Formel 1 Rennen gewinnen. Jetzt erklärt sich auch sein Michael Schuhmacher Trikot…

Auf jeden Fall fühlten wir uns alle bei der Ankunft in Cajanuma ziemlich durchgeschüttelt und etwas flau in der Magengegend.

Nach ein paar Minuten Erholung auf dem Parkplatz waren wir dann endlich wieder weit genug hergestellt um uns auf den Aufstieg zum Mirador zu machen!

Wie schon beim letzten Mal hatte der Regen der vergangenen Tage den Weg in einen Schlammpfad verwandelt.

Als wir oben angekommen waren packten wir uns wieder dick in unsere Regenjacken und -hosen ein, denn auch wenn es nicht regnet ist es dort oben fast immer kalt und windig!

Die Aussicht war ganz fantastisch, denn dieses Mal war nicht der ganze Gipfel in Wolken gehüllt.

Noch einmal Nase geputzt…

und dann ging es auch schon los über den Grad zu den NUMEX-Flächen.

Tobi setzte sich schon früh nach vorne ab, platzierte sich auf dem nächsten Gipfel und ging wieder seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Fotografieren, nach.

So entstand eine ganze Serie von Bildern die den Weg, der beiden Mädels über den Bergrücken dokumentieren.

Als dann endlich die Numexflächen erreicht waren tauchten wir ab ins Unterholz.

Nicht immer eine einfache Kletterpartie über all die Wurzeln und Äste, die anscheinend der Meinung sind immer quer über den Weg wachsen zu müssen. Vor allem Tobi hatte zu kämpfen. Wenn man selbst höher ist als manche der Bäume wird es anstrengend unter ihnen hindurch zu kletten... Ein bisschen fühlte sich der arme Kerl als hätte es ihn nach Lilliputt verschlagen...

Endlich bei den Probeflächen angekommen, nahmen wir unsere Makrofaunaproben. Linda und Franca packten die Bodenblöcke in die Plastiktüten, beobachtet und fotografiert von Tobi.

Inzwischen war Franca jedoch „etwas“ genervt von der ständigen Knipserei und schenkte Tobi einen „Lass-es-endlich-bleiben-oder-du-wirst-langsam-und-schmerzhaft-sterben“-Blick. Das stoppte das ständige Fotografieren zumindest für eine kurze Zeit. (Natürlich würde sie keiner Fliege ein Haar krümmen, versprochen!)

Und weiter ging es durch das Unterholz zu den nächsten Flächen.

Aus dem Dickicht heraus konnte man von Zeit zu Zeit sogar den Himmel sehen. Ein wunderbares Motiv für stimmungsvolle Bilder.

Trotz ausgiebiger Pausen schafften wir es sehr schnell alle Proben zu nehmen und konnten wieder aus dem Unterholz nach oben kriechen.

Und durch die dichte Vegetation und über den Grad ging es wieder zurück zum Mirador.

Inzwischen hatte die Sonne fast alle Wolken vertrieben und bescherte uns einen wunderbaren Ausblick, den wir genießen konnten.

Tobi platzierte sich in stolzer Pose vor dem blauen Himmel. „I am king of the Spaten“

Noch einen Anstieg weiter und wir waren wieder oben auf dem Mirador.

Hier musste das tolle Wetter einfach genutzt werden um ein bisschen Spaß zu haben. Inspiriert vom Ecuadorteam des vergangenen Frühjahrs (Krissy, Tobi S. und Christian) erprobten wir uns an ein paar Sprungbildern. Ein Riesen Spaß!

Vor allem Tobi überzeugte beim Action-Shooting mit fliegenden Haaren.

Obwohl der Himmel, als wir uns auf den Rückweg machten, wieder von dunklen, drohenden Wolken verhangen war, hatten wir doch keinen Tropfen Regen. Ein perfekter Bergtag!

Auf der Rückfahrt fuhren wir noch beim Supermarkt vorbei um für den kommenden Montag einzukaufen. Denn es stand schon wieder eine Feier vor der Tür.

Und diesmal verkrafteten wir alle sogar Tatis Fahrstiel wesentlich besser.

Eins fehlt natürlich noch um den Bericht gebührend zu beenden, das Tier des Tages!

Und dieses gehört heute zu einer Gruppe, die sich durch ihre außergewöhnliche Hässlichkeit auszeichnet! (Doro, du weißt schon wovon wir reden…) Dementsprechend entgeistert sah Tobi auch aus als er das Tier auf seinem Ärmel entdeckte.

Sein neuer Freund war nämlich eine überaus haarige und unsympathische Fliege!

Dabei kann er noch froh sein, dass es sich nicht um die grünäugige Psycho-Fliege handelte, mit der vor zwei Jahren schon Christian Bekanntschaft machen durfte und die sich heute auf Francas Regenhose niederließ.

Am kommenden Tag (Sonntag) stand der wichtigste Feiertag im sehr katholisch geprägten Ecuador vor der Tür und auch auf der Station wurde dieser angemessen gefeiert!

Unglaublich aber wahr!

Bleiben Sie dran für mehr science in nature!

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