Donnerstag, 14. April 2011

Anstrengende Busfahrten, unerwartete Hindernisse und ein fehlender Schlüssel!

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

nach einem leckeren Frühstück im Hotel und morgendlichem Stadtbummel durch Cuenca machten wir uns am frühen Nachmittag auf zum Terminal Terrestre (Busbahnhof). Von dort wollten wir möglichst schnell einen Bus nach Loja bekommen. Das ging dann aber ein bisschen zu schnell…

Wir wurden von drei hektischen Ecuadorianern in den Bus gescheucht und hatten nicht mal mehr die Zeit Wasser zu kaufen oder auf die Toilette zu gehen. Super Vorraussetzungen wenn man ne 4 Stunden lange Busfahrt vor sich hat…

Da wir auch keine festen Sitzplätze mehr bekamen, durfte Tobi nach wenigen Minuten Busfahrt einer Ecuadorianerin Platz machen und musste 2 Stunden lang stehen… dann löste Linda ihn ab und für die letzte Stunde fahrt hatten dann sogar alle einen Platz und das war auch echt ne Erleichterung bei den vielen Kurven und der halsbrecherischen Fahrweise unseres Busfahrers… Franca kam außerdem in den Genuss neben einer Familie sitzen zu dürfen, die nicht nur ein kleines Kind sondern auch noch eine Tüte mehr oder weniger frisches Fleisch bei sich hatten, welches bei den Temperaturen im Bus sein volles Arome entfaltete… ganz großartig….

Endlich im inzwischen nächtlichen Loja angekommen nahmen wir uns gemeinsam mit Silvia (Ecuadorianerin aus Cuenca, die auch auf der Station wohnt) ein Taxi und freuten uns auf den entspannten und Busfreien Teil der Reise… denkste…

Nach guten 20 Minuten Fahrt im immer dichter werdenden Nebel (man hätte dem Taxifahrer mal sagen können, das Fernlicht bei Nebel eher kontraproduktiv ist…) hielt das Taxi plötzlich an und Silvia und der Fahrer begannen angeregt zu diskutieren. Im Neble vor uns waren weiter Menschen und Fahrzeuge auszumachen. Und dann erfuhren wir auch was der Grund für unseren ungeplanten Stopp war: Es hatte einen Erdrutsch gegeben… Wie wir später erfuhren war der große Rutsch schon vor einer Woche abgegangen aber in dieser Nacht muss wohl noch etwas nachgerutscht sein! In der Regenzeit sind solche Rutsche zwar keine Seltenheit, aber nach einem halben Tag im Bus und nur noch 30 Minuten von der Station entfernt kann man sich wirklich schöneres vorstellen…

Silvia teilte uns dann auch gleich mit, dass der Taxifahrer nicht über den Rutsch fahren wollte, weil er mit seinem Taxi den Rückweg bergauf nicht schaffen könne… Na super! Sollten wir nun noch ne Nacht in Loja schlafen oder was?

Aber auch hier half uns Silvia aus der Klemme. Sie stoppte einen Bus und sorgte dafür, dass dieser uns über den Rutsch und mit zur Station nahm! Lange hieß das noch mal 30 Minuten in Mittelgang stehen und das diesmal mit unseren sch… schweren Rucksäcken!

Endlich auf der Station angekommen waren wir mehr als dankbar, dass wir Silvia dabei gehabt hatten, denn ohne sie wären wir drei Gringos ohne Spanischkenntnisse wohl ziemlich aufgeschmissen gewesen!

Wir bezogen unsere Zimmer uns fielen wie erschlagen in die Betten, erschöpft aber glücklich!

Am nächsten Morgen erwachten wir schon früh und Linda und Tobi erfreuten sich zum ersten Mal am Anblick des herrlichen Tals des Rio San Franzisco, verhangen von Nebelschwaden.

Eigentlich hatten wir geplant direkt nach dem Frühstück unser Labor in der Sala (Seminarraum) zu beziehen und unsere Extraktoren aufzubauen, da gab es nur ein Problem…

Niemand von der Stationsleitung war anwesend und daher auch kein Schlüssel für die Sala auffindbar…

Wir machen das Beste draus und genossen erstmal die Sonne auf der Terrasse…

Als später immer noch niemand mit Schlüssel aufgetaucht war nutzen wir die Zeit für einen kleinen Spaziergang über die Treppen zum Fluss.

Hier ein paar wunderschöne Eindrücke von unserem Spaziergange.

Wieder auf der Station erreichte uns dann die Nachricht, dass erst am nächsten tag wieder einer der Stationsmanager erwartet wurde… Verzweiflung macht sich breit! Als letzen Versuch kletterte Franca daher über das Gerümpel hinter der Sala zu dem Fenstern und – oh Wunder- fand ein Fenster, das nicht verschlossen war!!! Sie konnte einsteigen und von innen die Türen öffnen!

Die Arbeit konnte beginnen!
Und nach nur 1,5 Stunden waren wir auch schon fertig! Alle Extraktoren standen und waren funktionstüchtig.

Und auch im Freiluftbüro konnte die Arbeit beginnen.

Eins fehlt natürlich noch, das Tier des Tages! Dieses Mal ist es ein für Ecuador völlig gewöhnlicher aber nach deutschen Maßstäben gemessen riesiger Käfer, den Franca am Morgen auf der Terrasse gefunden hatte.

Zum Abschluss noch ein multivisuelles Gadget! Ein von Linda an der Station gedrehtes Kolibri-Video! (Die Auflösung der Kamera ist übrigens zu langsam für die Flügelschläge, weshalb das Video aussieht wie in Zeitlupe)




Am nächsten Tag sollte es dann nach Loja zum Einkaufen gehen und wie das so gelaufen ist können Sie im nächsten Beitrag lesen.

Unglaublich aber wahr!

Bleiben Sie dran für mehr science in nature!

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