heute war unser freier Tag, den wir für einen Ausflug mit Claudia in den kleinen Zoo von Loja nutzen wollten. Leider gab es aber unvorhergesehene Probleme.
Seit der gestrigen Busfahrt zur Station nach dem Besuch im Ministerio ging es Stephan auf gut Deutsch ziemlich beschissen... Ihm war schwindelig, übel und er hatte Kopfschmerzen und auch heute morgen hatte sich an diesem Zustand nicht viel geändert... Daher beschlossen wir, dass es besser für ihn wäre, wenn er den Tag auf der Station verbringt und sich mal richtig auskuriert! So mussten Claudia und Franca leider alleine in den Zoo fahren, haben aber viele Bilder gemacht, damit Stephan auch etwas von dem Ausflug hat...
Als wir nach langer und wackeliger Busfahrt mit ausnehmend schlechter Luft endlich in Loja angekommen waren, fuhren wir noch mit einem kleinen Stadtbus zum etwas außerhalb gelegenen Zoo. Franca war mehr als erstaunt, dass der Eintritt nur 50 Cent für einen Erwachsenen betrug... was konnte man da wohl erwarten?!?
Hier erstmal das schöne Schild am Eingang:
und ein Überblick über die doch recht weitläufige Anlage:
Das ist übrigens nochmal Claudia, sie kennen sie schon aus dem Chefsessel im Ministerio ;-)
Begrüßt wurden wir von einem der frei auf dem Gelände laufenden Lamas... oder Alpakas?... oder Guanakos?... was auch immer....
Und dann waren schon im ersten Gehege die Osos zu bestaunen... wie das Bild deutlich zeigt handelt es sich dabei um Brillenbären:
Der Anblick der beiden Bären war leider weniger schön und schon hier erklärte sich das Rätsel um die nur 50 Cent Eintritt. Das Gehege war winzig und die Bären nicht wirklich in bester Verfassung. Das Männchen total verfettet und das Weibchen fast kahl... Das gibt einem doch zu denken...
Der junge Brillenbär in einem anderen Gehege hatte zwar noch weniger Auslauf, sah aber immerhin gesund aus und zeigte auch ein reges Interesse an den Besuchern:
Danach kamen wir an das Gehege der Tortugas:
riesige Galapagos-Landschildkröten:
Ein Stück weiter gab es dann ein kleines aber sehr borstiges und gut getarntes Schwein zu bewundern:
Und dann ging es ab in den Bereich der Mono-Gehege:
drei kleine Inseln mit ein paar Kletterstangen und Häuschen.... Artgerechte Haltung sieht echt anders aus:
dieser war besonders interessiert, als Claudia in ihrem Rucksack zu kramen begann... könnte ja was essbares drinsein....
Der coolste war aber eindeutig dieser Mops von einem Affen... so missmutig dreinzugucken ist schon eine wahre Kunst....
Als nächstes ging es zu diesen Runden Gebäuden, die in mehrere Gehege unterteilt waren und viele verschiedene Tierarten beherbergten. Leider waren auch hier alle Gehege viel zu klein für ihre Bewohner:
So zum Beispiel diese großen Nagetiere, deren Namen wir leider nicht herausfinden konnten... vielleicht kann uns ja einer unserer werten Leser weiterhelfen?!?
Dieser niedliche und wirklich winzige Fuchs litt leider unter einem extremen Zwingerkoller und rannte fast die ganze Zeit hektisch im Kreis herum:
In einem anderen Gehege war dann ein anderer Kollege mit Zwingerkoller zu bewundern. Dieser wirklich wunderschön gemusterte Ozelot! Am liebsten hätte Franca ihn sofort mit nach Hause genommen, aber leider erstreckt sich unsere Ausfuhrgenehmigung nur auf tote Arthropoden und nicht auf lebendige Katzen...
Damit war der Rundgang in diesem kleinen Zoo schon beendet. Er hinterließ einen etwas zwiespältigen Nachgeschmack... einerseits war es zwar schön, all diese Tiere zu sehen, aber die Bedingungen unter denen sie dort leben waren mit unserem deutschen Verständnis von artgerechter Tierhaltung kaum zu vereinbaren...
Nach dem Zoobesuch ging es dann noch weiter in den dahinter gelegenen botanischen Garten.
Hier gab es zum einen ein sehr weitläufiges, wenn auch nur mit niedrigen Decken überdachtes (ja, Ecuadorianer sind geringfügig kleiner als Europäer) Orchideenhaus:
Hier zwei besonders schöne Exemplare:
Außerhalb des Orchideenhauses standen viele einheimische Bäume und Büsche:
und es gab eine weitläufige Baumschule mit vielen verschiedenen Arten:
Außerdem waren auf dem Gelände drei Büffel als "ökologische Rasenmäher" (Zitat Claudia) unterwegs.
Hier in besonders schöner Kulisse:
Zum Schluss noch eine ganz besondere Begegnung dieses Tages!
Ein nicht gerade kleiner Käfer, der sich des Prinzips der Phoresie bediente und versuchte auf Francas Schuh mitzureisen:
Er war so hartnäckig, dass er sich erst nach 10 Minuten unter Zuhilfenahme eines Stockes vom Schuh entfernen ließ!
Dieser Käfer hat eben Stil, er wollte schon immer "Chucks" haben ;-)
So, das war es auch schon wieder von unserem Besuch im Zoo!
Um alle Leser zu beruhigen: Als wir auf die Station zurückkehrten ging es Stephan schon deutlich besser und er sitzt jetzt auch hier und arbeitet fleißig mit am Blog! Wir sind uns sicher, dass er bis zu unserer Abreise am Samstag morgen wieder völlig auf dem Damm ist!
Morgen wird dann nurnoch aufgeräumt und gepackt, wenn wir Zeit haben werden wir davon noch einmal kurz berichten! Und dann geht es auf nach Quito und zurück in Richtung Heimat...
Unglaublich aber wahr!
Bleiben sie dran für mehr science in nature!
Die nicht-Biologin aber Nagetierliebhaberin fragt sich: sind das evtl. Agutis (Dasyprocta)?
AntwortenLöschenWünsche euch jetzt schon mal eine gute Heimreise! Und vielleicht sieht man sich ja schon am Montagabend ;)